Tarifvertrag private energiewirtschaft tabelle

Ein weiteres Beispiel für das Vorhandensein besonderer Regelungen in diesen beiden Sektoren, die vom allgemeinen nationalen Muster der Tarifverhandlungen abweichen, findet sich in Belgien, wo es keinen sektoralen Gemischten Ausschuß für Telekommunikation und daher keine branchenweite Vereinbarung gibt. Stattdessen hat Belgacom, wie andere Unternehmen des öffentlichen Sektors, einen speziellen (nationalen) Gemischten Ausschuss, der für alle Tarifverhandlungen zuständig ist. In Norwegen hat die Gründung verschiedener Tochtergesellschaften der Telenor-Gruppe zu einer internen Differenzierung der Verhandlungen und Bedingungen geführt. Was die finanzielle Beteiligung betrifft, so gibt es viele Beispiele für Arbeitnehmerbeteiligungen, die in der Regel entweder zum Zeitpunkt der Privatisierung oder zur Unterstützung von Umstrukturierungsprozessen gegründet wurden, aber auch Teil spezifischer Unternehmenspolitiken sein können. So wurde diese Form der finanziellen Beteiligung beispielsweise beim Stromkonzern RWE und bei France Télécom gemeldet. In Ungarn wurden zum Zeitpunkt der Privatisierung Arbeitnehmeraktien zu sehr günstigen Konditionen ausgegeben, und dasselbe geschah in Italien sowohl bei Enel als auch bei Telecom Italia. Von besonderer Bedeutung ist die diesbezügliche Erfahrung der irischen Eircom. Mitte der 90er Jahre wurde eine gemeinsame strategische Konsultationsgruppe eingesetzt, die die Änderungen prüfen sollte, die im Hinblick auf die Wiederbelebung des Unternehmens durchgeführt und auf die Privatisierung und Liberalisierung vorbereitet werden mussten. Dieser Konsultationsprozess führte 1997 zum Abschluss einer “Telekommunikationspartnerschaftsvereinbarung”, die sich mit den Fragen des Beschäftigungsniveaus und der Entlassungen, der Ausbildung, der Arbeitsorganisation und der Entscheidungsfindung innerhalb des Unternehmens befasste und einen Plan für die Beteiligung der Arbeitnehmer (ESOP) aufstellte, der gemeinsam über einen spezifischen Trust (IE9807253N) verwaltet werden soll. Ursprünglich 14,9 % der Aktien des Unternehmens, wurde der ESOP 2001, als das Unternehmen vom Valentia-Konsortium übernommen wurde, auf 29,9 % angehoben. Dieser Fall ist zu einem Modell für andere irische öffentliche Versorgungsunternehmen geworden, die an Liberalisierungs- und Privatisierungsprozessen beteiligt sind.

Sie zeichnet sich vor allem durch ihre bemerkenswerte kollektive Dimension aus. In vielen anderen Unternehmen in anderen Ländern entsprach die Ausschüttung von Anteilen an einzelne Arbeitnehmer einer Einmalzahlung und führte oft dazu, dass die Begünstigten die Anteile in relativ kurzer Zeit verkauften. Ein ähnliches Programm wie das von Eircom gibt es in Slowenien, bei der Telekom Slovenije, wo es ein formelles ESOP gibt und ein Mitarbeiterdirektor im Vorstand des Unternehmens sitzt. Der Stand der Arbeitsbeziehungen im Elektrizitätssektor und die Festnetztelefonie (TN0108201S) scheint im Vergleich zu anderen Sektoren in den untersuchten Ländern relativ gesund zu sein – einige Schlüsselaspekte sind in Tabelle 2 nachstehend zusammengefasst.